Vom 31. März 2025
Aktion während der Fastenzeit: Schreibe einen Wunsch, ein Gebet, eine Fürbitte auf einen Zettel und schiebe ihn durch einen Riss in der Mauer 🙂 Das Gebet fällt direkt vor den Altar … Gott sieht mit Liebe auf Dich.
Der folgende Text ist eine Kurzpredigt von Dick Leuvenink (FEG Basel) vom 12.09.2005:
Zwei Mauern :
Zwei der berühmtesten Mauern dieser Welt sind vielleicht die abgebrochene Mauer in Berlin und die Klagemauer in Jerusalem. Zwei Mauern in zwei Städten, die unsere Weltgeschichte in den letzten Jahren wesentlich mitgeprägt haben.
Diese beiden Mauern haben für mich Symbolcharakter. Die Klagemauer ist eine Gebetsmauer. Die Menschen reisen aus aller Herren Länder dort hin, um in den Ritzen zwischen den großen Steinen ihre Gebete anzubringen. Die Klagemauer ist eine Gebetsmauer, voller Wünsche und Sehnsüchte. Wir kennen diese Klagemauer auch in unserem eigenen Herzen und stehen immer wieder davor und beschäftigen uns mit dem, was wir in den Ritzen verstecken: Hoffnungen und unerfüllte Wünsche.
Die andere, abgebrochene Mauer von Berlin ist heute eine Gedenkmauer. Noch immer sind mir die Bilder gegenwärtig, wie Menschen Stücke Beton aus dieser Mauer herausmeißelten, um sie als Siegestrophäen in ihrem Reisegepäck zu versorgen. Die ehemalige Berliner Mauer ist ein Zeichen: Gott erhört Gebet. Er kann Mauern der Trennung, Mauern der Unmöglichkeit über Nacht beseitigen.
Wir tragen in unseren Herzen nicht nur eine Klagemauer bespickt mit unerfüllten Wünschen, sondern wir tragen auch Zeugnisbrocken einer Mauer, die nicht mehr ist, weil Gott unsere Gebete erhört hat. In dieser Spannung lebt nun jeder Mensch. Einmal steht er voll Inbrunst vor der Klagemauer seines Lebens, schaut hoffnungsvoll hinauf und steckt die gut oder schlecht formulierten Wünsche seines Lebens in die Ritzen. Ein anderes Mal hält er die Erinnerungsstücke einer abgebrochenen Mauer in seiner Hand und freut sich dankbar an der nicht für möglich gehaltenen Öffnung durch die Mauer.
Die Klagemauer des Herzens ruft und fragt: Gott kannst du? Die abgebrochene Mauer möchte dann bestätigen: Ja, Gott kann! Nichts ist ihm unmöglich. Aber es braucht ein Wunder und Gott tut auch heute immer noch Wunder. Denn wenn Gott sich mit irgend etwas nicht abfindet, dann mit Mauern – in unserer Welt und in unserem Leben. Gott will sich selbst nicht verstecken und er möchte auch nicht, dass seine Kinder sich verstecken. Er hat uns für die Freiheit bestimmt.
Darum hat er die größte und wichtigste Mauer, die Mauer zwischen Gott und Menschen überwunden. Er ist in Jesus Christus über die Mauer in unserer Gefangenschaft der Sünde hineingekommen. Er hat uns über die Mauer aufgesucht, um uns zu befreien. Und so ist es auch geschehen. Jesus Christus hat mit seinem Lebensopfer am Kreuz von Golgatha, die Mauer der Schuld zwischen Gott und Mensch beseitigt. Er ist der Weg. Der Weg über die Mauer unseres Lebens.
Darum passierte im Tempel Gottes ein Wunder als Christus starb. Wir lesen in der Bibel, dass zum gleichen Zeitpunkt der Vorhang des Tempels, der den Bereich der Wohnung Gottes, das sogenannte Allerheiligste, vom Bereich der Menschen trennte, zerriss. Jesus sagt: Ich bin der Weg und Gott hat diese große Wahrheit bestätigt. Jesus ist der Weg über die Mauern hinweg. Der Weg zu Gott und der Weg zu den Menschen. In Jesus werden Mauern beseitigt. In ihm ist die Kraft der Versöhnung, die unsere Trennungen aufzuheben vermag.